Der Durchbeißer

Ralf Matiba bewirbt sich um den Zeitzer Michael

Im Raum neben der Küche sind die Warmhaltebehälter bis unter die Decke aufgestapelt. Für Köchinnen und Auslieferer ist Feierabend für heute. Der Chef hat noch die Buchhaltung zu machen nach einem langen Tag. Ralf Matiba liefert Essen. 200 bis 250 Portionen täglich in Zeitz und etwa 10 Kilometer rund um Zeitz. 4 Festangestellte und eine Aushilfskraft zum Abfangen von Urlaub und Krankheit im Speiseservice Elvira Matiba beschäftigt. Zwei bereiten das Essen zu und zwei und er fahren die Touren zu den Kunden. Morgens 5:30 Uhr geht es los, sollen die Mahlzeiten pünktlich beim Kunden landen.

Sein Start in die Selbständigkeit war schwer. Wenige Tage nacheinander starben unvermittelt sein Vater und seine Mutter, die als Inhaberin dem Speiseservice in Rasberg den Namen gab.  "So stand ich am Montag hier mit der Frage: wie geht es nun weiter?" erzählt Ralf Matiba. Das brauchte etwas Zeit, doch dann entschloss er sich, als Einzelunternehmer Verantwortung zu übernehmen. 

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Kluge Ratschläge von allen möglichen Menschen hätte er damals genügend bekommen. Die meisten davon unbrauchbar. Einige hätten ihm kein halbes Jahr zum Überleben gegeben, erzählt der 36-Jährige. "Jetzt schreiben wir 2019 und unseren Speiseservice gibt es immer noch," bemerkt er, nicht ohne Stolz. Er hat sich durch gebissen nach der Tragödie damals. Und wenn er gerade nicht fürs Geschäft einkauft, Buchhaltung macht oder Essen ausfährt? Viel Zeit bliebe nicht, aber zweimal im Jahr für jeweils eine Woche eine kleine Schiffsreise, dabei kann er sich am besten erholen. Wir finden, die hat er sich verdient.

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